Festkonzert 135 Jahre MGV 2014
 

Tenor Bengl verzückte die Zuhörer

OPERETTE UND MUSICAL

MGV "Eintracht" Dansweiler begeisterte zum 135-jährigen Bestehen

von CLAUDIA GROSSE

Mehrere Monate hatte der Männergesangverein "Eintracht" 1879 Dansweiler auf den großen Tag hingearbeitet und gemeinsam mit seinem Chorleiter Matthias Palandt Ton für Ton einstudiert. Dann wurde dieser krank. Kurzentschlossen fragte man den Niederaußemer Kirchenmusiker Hubert Pesch, ob er einspringen könne. Er sagte zu, und es blieben gerade mal drei Proben, um sich aufeinander einzustellen. Um so beachtenswerter ist die Leistung, die der Männerchor am Samstagabend in der ausverkauften Mehrzweckhalle in Dansweiler offenbarte. Mit einer Auswahl der schönsten Melodien aus Operette und Musical wurde das 135-jährige Bestehen des MGV besungen. Klangschön, musikalisch differenziert und vor allem: mit Freude und Hingabe.

In bereits gewohnter Manier bereicherte außerdem der zum Verein gehörende gemischte Chor "DaCapo" das Konzert. Doch noch bevor sich zunächst der Männerchor den mehr als 400 Gästen keck mit "Gruß euch Gott" aus Carl Zellers Operette "Der Vogelhändler" vorstellte, eroberte der Stargast des Abends die Bühne - und mit dem ersten Ton die Herzen. 

Ausdrucksstark und stimmgewaltig

Tenor Volker Bengl, dem einen oder anderen gewiss aus Radio und Fernsehen bekannt, eröffnete das Konzert mit Hermann Weindorfs Song "Vorhang auf" - und überzeugte die Zuhörer sofort davon, dass "die Bühne lebt". Ob in Arien wie "Wie mein Ahnerl" von Carl Zeller oder "Musik zur Nacht" aus Webbers "Phantom der Oper" - dass Bengl sowohl stimmlich als auch - und das vor allem - in Sachen Ausdrucksstärke zu den Größten seines Faches zählt, bewies er in jedem Augenblick. Nuancen- und farbenreich gelangen dann vor allem jene Werke, die ihm, wie er vermittelte, besonders kostbar sind. So gab er einen wunderbaren Don Quichote ab in Mitch Leighs "Der unmögliche Traum". Vom zartesten Piano - wobei die Stimme zuweilen etwas belegt war - bis zum kraftvollen Forte verzückte er als Zarewitsch in Lehars "Wolgalied" das Publikum.

Dass der Männerchor ein überaus gut geführter Klangkörper ist, stellte dieser wiederum in einem frechen Potpourri aus Melodien zum Verlieben unter Beweis. Im Wolgalied wiederum zeigte er sich als sensibler Begleiter, in Carl Millöckers "Trinklied" als munterer Kumpan des Solisten.

Das Genre wechselte dann der gemischte Chor "DaCapo" unter der Leitung von Tae Hyun Kim. Klanglich ausgewogen und gut intoniert holten sie Peter Maffays "Ich wollte nie erwachsen sein" oder Harold Arlons "Over the Rainbow" ins Programm. Zu einem der Höhepunkte avancierte der Abend in Guiseppe Verdis "Chor der Gefangenen" - dann von beiden Chören gesungen.

Zwei großartige Pianisten

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die beiden Pianisten des Abends, die an einem kläglichen Klavier Großartiges leisteten: zum einen Annemarie Herfuhrt als überaus sensible Begleiterin des Tenors und Andreas Seipp als brillanter Unterstützer beider Chöre.

Mit einer Hand voll Zugaben, zu denen sich der Solist Volker Bengl hinreißen ließ, und unter jubelndem Beifall ging ein ebenso niveau- wie schwungvolles Konzert zu Ende.

 


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