Sommerkonzert 2011 - KStA 11.07.2011
 

11.07.2011
Ressort: BG
KULTUR
Zwinkernder Auftakt, großes Finale
SOMMERKONZERT MGV Dansweiler wandelte zwischen Musical und Operette - Unterhaltsamer Abend

VON FRANK-UWE ORBONS

Pulheim-Dansweiler. Der MGV "Eintracht" Dansweiler bot in der ausverkauften Mehrzweckhalle wohl das richtige Programm. Beim Sommerkonzert mit rund 100 Mitwirkenden unter dem markanten Titel "Musicals und Walzerklänge" waren selbst in der größeren Umgebung der Halle Parkplätze Mangelware. Diesmal konnte zudem eine riesige Künstlerbesetzung aufgeboten werden. Neben den Sängern des MGV sowie dem vor zehn Jahren gegründeten Dansweiler Chor Da Capo, der seit einem knappen Jahr von Tae Hyun Kim geleitet wird, waren auch die Sänger des Männer-Chors Köln-Vogelsang präsent. Der Chor steht seit 2007 unter der Leitung von Matthias Palandt, der seit über drei Jahrzehnten den Dansweiler Sängern vorsteht.

Vorbildliche Begleitung

Gemeinsam intonierten alle Mitwirkenden des Abends Johann Strauß legendären Walzer "An der schönen blauen Donau". Bis es zu diesem groß besetzten Finale kam, präsentierten sich die einzelnen Gruppen wechselnd miteinander und auch separat - immer unterstützt durch die unaufdringliche und vorbildliche musikalische Begleitung durch Pianist Michael Jüttendonk, mit seinem Sohn Lukas am E-Bass und Schlagzeuger Johannes Boxkopf, die gemeinsam ein schlagfertiges Jazz-Trio bilden. Bereitete Lorenz Maierhofers kleine Mozart-Verballhornung "Unsere kleine Nachtmusik" für Männerchor noch den zwinkernden Auftakt für das Konzert, so war man im Anschluss mit Fred Raymonds großem Potpourri aus "Maske in Blau" mitten im programmatischen Element. Chorleiter Palandt hatte aus allen Bereichen der Operette Paradebeispiele einstudiert. Raymonds österreichische Schlageroperette, im Anschluss dann die silberne Operettenära eines Robert Stolz und Franz Lehár sowie die goldene des Johann Strauß und später Ausschnitte aus der Berliner Operettenära von Paul Lincke zeugten von einer großen Stilsicherheit im Umgang mit dem Operettengenreund Kenntnis der Materie. Fast selbstredend, dass die Sänger hoch motiviert bei "Schlagern" wie "Die Julischka aus Budapest", "Wien, Wien, nur du allein" oder dem Vilja-Lied aus der "Lustigen Witwe" mitgingen und ihren Part nahezu lupenrein beherrschten. Musicalfarben brachte der überwiegend aus Frauen bestehende Chor Da Capo in den unterhaltsamen Abend mit ein. "Der König der Löwen" sowie die größten Hits von Andrew Lloyd Webber standen hierbei im Mittelpunkt. Vorstandsmitglied Heinz Pohl beschränkte sich bei seinen Moderationen auf die wesentlichen Fakten, ohne ins Anekdotische zu verfallen. Hilfe bekamen die Sänger durch zwei Musikerinnen: Nathalie Streichardt, Geigerin im Kölner Gürzenich-Orchester, musizierte neben österreichischen Operettenmelodien auch den zu Beifallsstürmen herausfordernden "Czardas" von Vittorio Monti. Sopranistin Anna Pehlken, Frau des evangelischen Kreiskantors der Kreiskantorei Köln-Nord und Sopranistin, veredelte die Operettenklänge aus den Kehlen der Dansweiler Männer.